Treten Sie ein…

“Betritt man von der Miquelstraße die Kirche,DSC01315 so fällt der Blick auf das Taufbecken, das links vor dem Chorraum auf einer runden Sandsteinplatte seinen neuen Platz gefunden hat. Der Standort zur Stadtseite hin symbolisiert den Weg des Täuflings aus der Welt in die Kirche. Die Taufe selbst ist der Beginn einer bleibenden Gemeinschaft mit Gott, die in die Ewigkeit verweist. Nun ist der Getaufte ein Kind Gottes und durch den Hl. Geist in die Familie Gottes, die Gemeinschaft der Christen, aufgenommen.

Im neu gestalteten Altarraum,DSC01987 jetzt zwei Treppenstufen erhöht, steht im vorderen Bereich der schlichte Altar aus Ibbenbürener Sandstein, den als einzigen Schmuck ein umlaufendes Band romanischer Ornamente ziert, das dem Inschriftenfries über den Arkaden nachempfunden ist. Priestersitz und Ambo bestehen aus demselben Material. Hinter dem Altar befindet sich in der Mitte des Hochaltars der Tabernakel aus dunklem Messing, in dem das Allerheiligste aufbewahrt wird. Einige Treppenstufen führen zu ihm hinauf, davor ein durch halbhohe Mauern umgrenzter gut geschützter Raum, der zur Besinnung einlädt. Hier ist im Angesicht des Herrn Anbetung in Stille möglich. In jahrhundertelanger Tradition zeigt der Mensch in der Anbetung, dass er Gott als seinen Schöpfer und sich selbst als Gottes Geschöpf anerkennt. Die Verehrung Jesu Christi in der eucharistischen Anbetung, die in unserer Gemeinde einen besonderen Stellenwert hat, bekommt durch die Raumstruktur, in der Altar und Tabernakel miteinander verbunden sind, den ihr angemessenen herausgehobenen Ort.

Vor der Wand, die die Gemeinderäume vom liturgischen Raum trennt, hat unsere Orgel ihren neuen Platz. DSC00775Sie wird theologisch als das Instrument bezeichnet. Wird sie gespielt, symbolisiert sie die Vereinigung aller Stimmen des Kosmos, der ertönt, wenn Gott spricht. Die im Gottesdienst von der Orgel begleiteten Lieder, Psalmen und Gebete beinhalten die in der Bibel bezeugten heilsgeschichtlichen Ereignisse, die ihren Höhepunkt in Kreuz und Auferstehung Jesu haben.
Wo der Mensch Gottes Großtaten verkündet, reicht das bloße Reden nicht mehr aus. Singen und Musizieren muss es ergänzen. Dadurch werden wir mit Gott und untereinander verbunden, und Gottes großartiges Schöpfungswerk wird gepriesen.

In der Kapelle im westlichen Seitenschiff hat die Telgter Madonna in einer Wandnische ihren neuen Platz bekommen. Die Geborgenheit, die dieser Raum ausstrahlt, lädt zum Gebet, zum Entzünden einer Kerze oder einfach zum Ruhigwerden ein. DSC00784
Der Gottesdienst wird über die Lautsprecheranlage in diesen Raum übertragen. Eltern mit kleinen Kindern haben die Möglichkeit, während des Gottesdienstes den großen Kirchenraum zu verlassen und hier den Gottesdienst weiter mitzufeiern. Durch die bodentiefen Fenster lässt sich das liturgische Geschehen weiterhin verfolgen.

 

 

Der Weg zur neuen Werktagskapelle, die sich hinter dem Hochaltar, an der Querseite der Kirche befindet, führt durch die Arkaden des nördlichen Seitenschiffes, wo der Kreuzweg seinen Platz hat.DSC02039 Die Werktagskapelle ermöglicht die Feier der Eucharistie und der Wortgottesdienste in einem neuen Raum und lässt durch die Bestuhlung durch Einzelstühle statt fester Bänke eine variable Sitzordnung zu. Die Werktagskapelle ist durch ihre Farbgebung, ihr Licht und ihre besondere Atmosphäre ein neues Kleinod unserer Kirche.”

 

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Auszug aus der Festschrift der Gemeinde zum Wiedereinzug in die neu gestaltete Kirche am 24. August 2013.

Autorin Anne Gößmann

Die Festschrift erhalten Sie auf Wunsch im Pfarrbüro St. Joseph

Fotos: I. Lange-Wewer