Logo Gemeinsam Zukunft bauenUnter diesen Slogan haben wir im Jahr 2012 die Innenrenovierung unserer Kirche gestellt.

Zwei Gedanken waren und sind uns dabei besonders wichtig: Die Integration des Gemeindehauses in die Kirche sollte nicht alleine die bauliche Zukunft des Kirchengebäudes sichern, vielmehr möchten wir mit diesem Schritt das gesamte Gemeindeleben noch lebendiger und einladender gestalten und so weiter zukunftsfähig machen. Dieses kann nur gemeinsam gelingen und so appellieren wir an alle, die sich mit St. Joseph verbunden fühlen, uns weiter auf diesem Weg zu unterstützen.

Der Umbau der Kirche ist nun abgeschlossen. In einem feierlichen Gottesdienst haben wir zusammen mit unserem Bischof Franz-Josef Bode den Wiedereinzug in unsere Kirche am 24. August 2013 – dem 100. Jahrestag der Grundsteinlegung – begangen. Bischof Bode weihte in diesem festlichen Gottesdienst den neuen Altar und segnete die Räumlichkeiten im neuen Pfarrheim.
Wir laden Sie ein St. Joseph als „alten“ und „neuen“ Ort der Begegnung mit Gott und den Menschen im Süden von Osnabrück zu erleben.

 

Die neue Raumkonzeption folgt den Entwürfen des Architekten Ulrich Recker aus Rastede.

 

Grundriss des neuen Raumkonzeptes / Architekturbüro Ulrich Recker

Grundriss des neuen Raumkonzeptes / Architekturbüro Ulrich Recker

Durch die Integration des Pfarrheims in die Kirche wurde das ursprüngliche Konzept der Wegekirche aufgegeben und der Sakralbau wird nun zur Versammlungskirche, in der sich die Gemeinde unter der Pfingstkuppel um den Altar herum versammelt. Sakral- und Profanbereich werden durch eine reversible Trennwand voneinander getrennt.

Durch punktuelle bauliche Veränderungen (z. B. Wiederöffnung von Fensteröffnungen und bodentiefe Rundfenster im Nordbereich) ist eine neue und gewollte Nähe im Kirchenraum entstanden und der Gedanke der Transparenz und Offenheit zieht sich sowohl im Kirchenraum als auch im neuen Pfarrheim.

In der Animation sehen Sie die Veränderungen im Einzelnen. Erstellt und Rechte beim Architekturbüro Ulrich Recker.

 

Behutsam und mit großer Sensibilität wurden die notwendigen Änderungen vorgenommen, gleichzeitig war es wichtig, den Charakter des fast hundert Jahre alten Gotteshauses zu erhalten, um die Identifikation der Gemeindemitglieder mit “ihrer” Kirche nicht zu verlieren.

Gleichzeitig bot dieser Schritt die Chance,  lange notwendige positive Verbesserungen und Reparaturen vorzunehmen. So wurde das Licht- und Akustikkonzept deutlich verbessert und zeitgemäß umgesetzt. In Zusammenarbeit mit dem Bistum Osnabrück und der Bundesumweltstiftung wurde ein innovatives und beispielhaftes Energiekonzept entwickelt. Alle Maßnahmen standen, so weit wie umsetzbar, unter dem Gedanken der Nachhaltigkeit und des Schutzes ökologischer Ressourcen. So entstand z. B. mit der Kreuzkapelle ein sehr besonderer Ort, der zum einen dem Gedanken des “Energiesparens” Rechnung trägt durch den kleineren Raum für die Werktagsgottesdienste, zum anderen aber auch Gelegenheit bietet, im kleinen und individuellem Rahmen Gottesdienste zu feiern.

In Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz und bundesweit anerkannten Restauratoren wurden die Malereien gesäubert, konserviert und in Teilen restauriert. So ist es gelungen, diese beeindruckenden und im nordwestdeutschen Raum einzigartigen Kunstwerke auch für nachfolgende Generationen zu erhalten.

 

 

 

Ein Ort der Begegnung

Das Raumschiff ist gelandet. Wie ein Kubus, der passgenau in das Langschiff der Kirche St. Joseph transferiert wurde, wirkt der Einbau, der sich über dem neuen Pfarrsaal im Erdgeschoss erhebt. Der filigrane Baukörper scheint zu schweben. Er beherbergt weitere Räume, die als Gemeindehaus dienen und in denen Platz ist für Versammlungen kleinerer Gruppen, für Chorproben, Notenschränke und Kirchenvorstandssitzungen. Im Pfarrsaal unten ermöglicht eine Teeküche die Bewirtung bei größeren Veranstaltungen.

Etwa 600 Quadratmeter Nutzfläche sind nach Angaben von Architekt Ulrich Recker im neuen Gemeindehaus auf verschiedenen Ebenen entstanden, dazu gehören auch sanitäre Anlagen. Ein Fahrstuhl ermöglicht den Zugang zu allen Räumen auch für Rollstuhlfahrer. Das sei der Gemeinde sehr wichtig gewesen, erläutert Iris Lange-Wewer, die stellvertr. Vorsitzende des Kirchenvorstandes der Gemeinde St. Joseph – man habe niemanden ausschließen wollen.

Gut gelöst worden sei auch der Wunsch nach Transparenz im Kirchenschiff. „Wir wollten Leichtigkeit und Licht“, erinnert sie sich an die Planungsphase, und das sei auch gelungen. Lob für den Architekten Recker kommt auch von Klaus Engelhard, ebenfalls Mitglied des Kirchenvorstandes. Recker habe mit Kompetenz und Kreativität den Umbau der Wegekirche in ein Gemeindezentrum und einen sakralen Raum geplant. Zusammen mit Bauleiter Thomas Göckel vom Stephanswerk hätten die beiden viele Herausforderungen, die durch Sicherheitsund Brandschutzauflagen entstanden, gemeistert.

Beim Umbau wurde eng mit den Denkmalschutzämtern zusammengearbeitet. Wie Ulrich Recker betont, könne der Einbau der Gemeinderäume rückgängig gemacht werden, ohne dass ein Dübelloch zu sehen bliebe. Das Natursteinmauerwerk der Kirche sei nirgends beschädigt worden.

Während der neue Gemeindesaal ein Ort der Begegnung der Menschen sei, bleibe die Kirche ein Ort der Begegnung mit Gott, sagt Pfarrer Hermann Hülsmann. Der Altar wurde in den Innenraum vorgezogen, die Sitzbänke stehen jetzt im Halbkreis um den Altar gruppiert. Hinter der Wand, vor dem der Aufsatz des alten Hochaltars steht, entstand außerdem eine Kapelle für Werktagsmessen und Andachten.”

Auszug aus dem Buch: “Kirchen im Umbau”, Neue Nutzungen kirchlicher Räume im Bistum Osnabrück, Verlag Dom Buchhandlung