Geschichte & Baustil

Seit fast 100 Jahren prägt die Silhouette der Josephskirche zusammen mit der evangelischen Lutherkirche das Stadtbild der südlichen Neustadt von Osnabrück. Aufgrund der rasant steigenden Einwohnerzahl von Osnabrück zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstand die neue Pfarrei St. Joseph als Abpfarrung von der “Muttergemeinde” St. Johann.

Die mächtige, dreischiffige Basilika entstand nach den Plänen des Architekten Albert Feldwisch-Drentrup im neoromanischen Stil. Nach der Grundsteinlegung im August 1913 wurde das Gotteshaus am 15. Oktober 1917 durch Bischof Wilhelm Berning konsekriert. Der markante 65 Meter hohe Kirchturm wurde 1922 fertiggestellt.

Nach Osten gerichtet, erstreckt sich ein weiträumiges Mittelschiff, das von deutlich schmaleren Seitenschiffen flankiert wird. Über dem Mittelbau liegt ein Tonnengewölbe in das im Chorbereich je drei Fenster nach links und rechts eingearbeitet wurden. In den ebenfalls tonnenüberwölbten Querhäusern findet der Betrachter schmale Rundbogenfenster. Eine mächtige Kuppel, von vier Pfeilern getragen, ragt über der Vierung.

Im Osten umschloss ein ehemals durchgehender Chorumgang den Altarraum, während im Westen eine Vorhalle (Portikus) das Kirchengebäude abschloss. Bis zur Neukonzeption des Innenraumes befanden sich hier die Eingänge zum Hauptschiff – und zu den Mittelschiffen. In der Urkonzeption war die Kirche, eingebettet in diese Raumschale, eine klassische Wegekirche mit einem nach Osten gerichteten Altarraum. Nach der Innenrenovierung im Jahr 2013 wurde dieses Raumkonzept grundlegend verändert, so dass der Sakralbereich der Kirche heute zu einer Versammlungskirche umgestaltet wurde.

Soweit nicht aus Sandstein gefertigt, wurde im Innenraum Ziegelmauerwerk verwendet, dem Sandsteinplatten vorgelagert sind. Für Archivolten, Fenstergewände, Friese und Treppen wurde Ibbenbürener Sandstein verwendet.

Prägendes Element im Inneren der Kirche sind die beeindruckenden Wand- und Deckenmalereien. Die Darstellung des wiederkehrenden Christus an der Ostwand des Chorraums entstand in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts nach den Plänen des Münchner Kunstmalers Augustin Pacher. Die Arbeiten zur Ausmalung begann der Osnabrücker Maler Albert Emminghaus, der bei den Arbeiten tödlich verunglückte. Mit der Fertigstellung wurde Bernhard Riepe beauftragt, der dann auch in den folgenden Jahren die weiteren Ausmalungen im Chorbereich und in der Vierung entwarf und auch ausführte. Die Darstellungen an den Seitenwänden im Chorraum zeigen Szenen und Personen aus dem Alten Testament. Im oberen Gewölbe des Chorraumes findet man drei Szenen aus dem Leben Jesu. Das Seitengewölbe im südlichen Querhaus wird durch Szenen aus dem Leben des Namenspatrons der Kirche bereichert. Im sogenannten Marienbogen findet sich im nördliche Querhaus das Pendant mit Bildern aus dem Leben Mariens.

Wie ein bunter und leuchtender Lampenschirm umfängt die Pfingstkuppel, die das Pfingstereignis zum Thema hat, den sakralen Versammlungsraum. Nach der Neugestaltung versammelt sich nun hier die Gemeinde um den Altar –  als Mitte der Versammlung.

Fotos: I.Lange-Wewer